Penan-Dokumentation                                     zurück
Abstract

Projekt Penan, Abteilung Bildhauerei, HTL Hallein
Projektbeginn: 1991 Leitung: Helmuth Hickmann
Die Gruppe unterstützt die Arbeit des Bruno-Manser-Fonds. Hauptziel ist die Errichtung eines genügend großen Biosphärenreservats im Magoh-Gebiet (Borneo/Sarawak), um das von den Penan gewünschte Nomadenleben im Primärregenwald zu erhalten. Die Unterstützung erfolgt durch Öffentlichkeitsarbeit und durch Kontakte mit Umweltschutzgruppen und Vereinen. Das Projekt wird im Rahmen des Unterrichtes und in der Freizeit betrieben, es wurde 1991 begonnen und wird noch weiter verfolgt. Das Thema bleibt, die Schüler wechseln. Neue Schüler werden informiert, und Absolventen nehmen das Projekt in ihren neuen Lebensbereich mit. Durch Ausstellungen und Projektpräsentationen ergeben sich viele außerschulische Kontakte.
Der Entwicklungspolitische Beirat des Landes Salzburg hat die Unterstützung des Projektes zugesagt. Wir vermitteln zwischen Bruno Manser und dem Land Salzburg. Durch Edmund Grundner halten wir indirekten Kontakt mit den Penan.

PROJEKTDOKUMENTATION zum Projekt PENAN
1. Verlauf des Projektes

1.1. Ideefindung: an der Schule: Das Thema Regenwald wurde im Rahmen der Umwelterziehungsaktivitäten durch Greenpeace mit einer Multivisionsschau "Regenwald-
visionen" eingeleitet. Das Schicksal der Penan auf Borneo/Sarawak wurde durch einen ehemaligen Bildhauerabsolventen, aufgrund einer Lehrereinladung, an 4 Bildhauer Klassen unserer Schule herangetragen. Die Idee zur Projektgruppe ging von Schülern aus. Etwa 25 Schüler und Schülerinnen und 1 Lehrer waren beteiligt.
1.2. Die Planung erfolgte durch einen aktiveren Kern der Schüler (ca. 6 Schüler) und einen Lehrer.

1.3. Seit 1991 läuft dieses Projekt an der Schule. Die intensivste Phase war zu Beginn dieses Vorhabens: Präsentation am Elternsprechtag, Interviewfahrt nach Wien mit Video-aufzeichnungen (Wirtschaftsminister, Umweltminister,Wirtschaftskammerfunktionär), Zusammenarbeit mit Greenpeace Österreich. Bruno Manser in Hallein - Stadtfestwoche 1992 - Ausstellung, Vortrag, Podiumsdiskussion.
WWF-Tropenwaldwochen: Modellieren mit Kindern, Projektpräsentation
Fernsehbericht in der Sendung "Umweltdetektive"
Junge Initiative für die Umwelt, Linz 1992, Die Penan
Zeitungsreportage, Tennengauer Nachrichten 1992, "Bildhauerschüler kämpfen für die Penan"
Zeitungsberichte, SN, Halleiner Zeitung, 1992
Penan Trauerkundgebung, Hallein Hauptplatz 1992
Faschingsumzug "War eh schon alt der Regenwald" 1993
Österreichischer Umweltschutzpreis 1992. Anerkennungsurkunde.
Naturschutz- und Umweltschutzpreis des Landes Salzburg. 2. Preis, Schulen. 1993
Überreichung eines Penanportraits durch den Schüler Christian Deusch an den Landes-hauptmann. 1993
Vorsprache bei Landeshauptmann Dr. Katschthaler um Unterstützung des Projektes. 1993
Antrag auf Förderung eines Entwicklungsprojektes "Penan", beim Land Salzburg, in Zusammenarbeit mit dem Bruno Manser Fonds. 1993
Jugendplakataktion des ÖKS - "Kauft kein Tropenholz" 1993
Projektbericht im Fachblatt der Kunst und Werkerzieher. 1993
Zeitungsbericht im Rupertusblatt (Salzburger Kirchenzeitung). 1993
Presseaussendung: Fastenaktion von Bruno Manser. 1993
Ausstellung beim Aktionstag des BÖKWE (Fachtagung der östserreichischen Kunst- und Werkerzieher) im BG/BRG Hallein. 1993
Ausstellung von Schülerarbeiten zum Thema Penan im Haus der Natur in Salzburg. 1994
Umwelt-Ursus 1994, Teilnahme mit Zeichnungen am Wettbewerb
Bundesweiter Ideenwettbewerb "Ökologisierung der Schule", Projektpräsentation durch
Schüler am Pädagogischen Institut in Wien. 1994
Leserbriefe, Briefwechsel mit Politikern, Kontakte mit der Wirtschaft, Kontakte mit Umwelt-schutzgruppen, Kontakte mit Privatpersonen. 1992 - 1995
Hauptpreis der Schülerin Maria Wimmer beim Wettbewerb "Vielfalt statt Einfalt" mit einer künstlerischen Aufarbeitung des Themas Penan. 1994
Unterrichtsthema Comics: Bildgeschichten über die Penan. 1994
Teilnahme am ÖKS Projekt "Comix Trash Art". 1995. Einsendung von Schülerarbeiten
Vortrag über die Forstwirtschaft in Saba und Sarawak. Student d. Forstwirtschaft. 1994
Jährliche Vorträge und Filmvorführungen über Borneo/Sarawak/Kalimantan durch Edmund Grundner an unserer Schule. 1992 - 1995
Bericht über das Projekt Penan in "Weg in die Wirtschaft" Folge 481 - 1995
Abendvortrag mit Videofilm für Lehrer der HTL Hallein. 1995
Einladung an Bruno Manser für 1996. Öffentlicher Vortrag, Schulbesuch und Kontakt mit der Salzburger Landesregierung sind geplant

1.4. Ergebnis: Schüler nehmen Anteil am Schicksal eines indigenen Volkes.
Thema wird Unterrichtsinhalt (Zeichnen, Malen, Plastisches Formen - Kritische Funktion der Kunst). Öffentlichkeitsarbeit, Kontakt mit Massenmedien (Fernsehen, Rundfunk, Zeitung).
2. Auswirkungen des Projektes

a) Schüler: Die Gruppenarbeit an diesem Projekt kann nicht positiv genug eingeschätzt werden. Lernprozesse, die sonst nur sehr schwer einfließen könnten, werden ohne Schwierigkeiten realisiert. Viele soziale Aspekte werden bewußt. Diese klassenüber-greifende Projektarbeit schafft Verständnis und Kennenlernen der Schüler untereinander. Schulinterne Ausstellungen fördern auch das Verständnis zwischen den verschiedenen Abteilungen an unserer Schule. Am Aufbau von Stellwänden für eine Ausstellung haben Tischlerschüler im Rahmen des Werkstättenunterrichts mitgearbeitet.
Lehrer: Durch die langjährige Betreuung des Projektes Penan habe ich als Projektleiter sehr viel gelernt und lerne immer noch. Die Auswirkungen auf Lehrerkollegen dürfen auch nicht unterschätzt werden ("Vorbildwirkung", fächerübergreifender Unterricht). Allerdings muß auch auf Schwierigkeiten mit der Kollegenschaft hingewiesen werden. Die "Störungen" des normalen Unterrichtsbetriebes wurden beanstandet, und auch das Verständnis für diese Thematik ist nicht überall vorhanden. Die Umwelterziehung als Unterrichtsprinzip ist für viele Lehrer nicht existent.
Das Lehrer-Schüler-Verhältnis wird sehr positiv beeinflußt.

Durch dieses Projekt sind viele Kontakte mit den Eltern der Schüler entstanden. Viele Eltern haben aktiv am Projekt mitgearbeitet oder passiv daran teilgenommen. Die Rückmeldungen bei Elternsprechtagen waren alle positiv.
Reaktionen gibt es natürlich sehr viele! Diese sind aus der Projektbeschreibung herauszulesen (Öffentlichkeit - Medien, Privatpersonen, Korrespondenz; schulintern)
b) Außerschulische Reaktionen: Da das Projekt Penan bereits in seiner Anfangsphase auch in aller Öffentlichkeit durchgeführt wurde und ein Hauptziel des Projektes Öffentlichkeitsarbeit ist, gibt es natürlich sehr viele Reaktionen von außen. Besonders zu erwähnen sind die bereits beschriebenen Kontakte zu Zeitungen (Leserbriefe und Berichte), Rundfunk und Fernsehen.
3. Ökologischer Sinn des Projektes Penan

3.1. Wir unterstützen mit unseren Aktivitäten direkt und indirekt das "Überleben" der nomadisierenden Penan im letzten Primärregenwald Sarawaks. Direkt durch Überbringung von lebensnotwendigen Sachgütern (Medikamente, Stoff, Munition, Geld,...) an nomadisierende Penan. Indirekt durch finanzielle Unterstützung des Bruno-Manser-Fonds in Basel, weiters durch unsere Öffentlichkeitsarbeit und durch unsere "Selbstinformation".
3.2. Die Auswirkungen sind: Hilfe für bedrohte Menschen. Hilfe für das Ökosystem Regenwald. Schaffung von Problembewußtsein bei den Projektgruppenmitgliedern und in der Öffentlichkeit. Selbstbefriedigung der Handelnden (Wir tun was wir können). Verständnis für Zusammenhänge (Rohstoffe, Nord-Süd-Problematik, Weltwirtschaft, Menschenrechte, Ökologie, Funktionen der Kunst,...)
3.3. Im Inneren der handelnden Personen, in der Schule, im Elternhaus, in der Gemeinde, in der Region, in Österreich, in der Schweiz, in Malaysia/Sarawak.
3.4. Die Auswirkungen sind sehr weitreichend. Unser Briefwechsel mit Politikern und Organisationen hat gewirkt. Unser Projekt ist bekannt, in der regionalen Öffentlichkeit und im schulischen Bereich. Bestätigungen dafür sind die angeführten Preise und Anerkennungen im Rahmen von Wettbewerben, auch die Einladungen zu Projekt-präsentationen und die Einladung zur Mitarbeit beim JUP.
4.Zusammenschau

4.1. Eigenständiges Arbeiten. Medienarbeit. Gruppendynamik. Gestalterisches Arbeiten zum Thema. Persönlilcher Kontakt zu Bruno Manser und zu anderen Persönlichkeiten. Das Gefühl, Menschen und der Natur zu helfen. ....
4.2. Aktive Schüler und Schülerinnen zu erleben; vor allem in der Freizeit wurde für das Projekt gearbeitet. Umwelterziehung zu betreiben. Zu lernen. Anerkennung zu bekommen. In meinem Wirkungsbereich zu handeln. Grenzen zu erleben. Schule anders zu machen. ...

4.3. Hoffnungen zu verlieren. An bürokratische Grenzen zu stoßen (eine öffentliche Veranstaltung an der HTL Hallein scheiterte an den absurden Haftungsansprüchen des LSR Sbg. an mich). Zu erleben, wie nichtssagend Politikerbriefe sein können und wie Politiker und Wirtschaftsfunktionäre mit Schülern umgehen. Sehr gestört hat mich das fehlende Interesse meiner Schule an diesem Projekt. ....
Unser Projekt startete überdimensioniert. Wir waren alle überfordert - besonders ich. Jetzt bewegt sich alles in einem bewältigbaren Rahmen. Ich bin vorsichtig auf der Suche nach
der richtigen "Penan-Projekt-Dosis". Es besteht die Gefahr des "Sich-totlaufens". Die Schüler und auch ich sind nicht unbegrenzt motivierbar!

4.4. Mein persönlicher Einsatz für dieses Projekt ist enorm hoch. Ich würde mir Unterstützung wünschen, weiß aber nicht von wem und wie. Die Anerkennung unseres Projektes kommt eher von außen. Innerschulisch wird die Sache eher schief angeschaut und als überflüssig oder sogar als störend bewertet.
Die Schulleitung und der LSR geben der Umwelterziehung zu wenig Stellenwert, die Unterstützung für solche Projekte fehlt weitgehend.
Die finanzielle Unterstützung (Kultur u. Schule, ÖKS, Umweltbildungsfonds) funktioniert um vieles besser als die "moralische" Unterstützung.
Materialliste für das Projekt Penan:

40 Dias über das Leben der Penan (Präsentation: Wir tun, was wir können. Linz)
1 Videofilm über Bruno Manser. "Blasrohre u. Bulldozer"
1 Videofilm über Bruno Manser. "Tong Tana"
1 Videobericht über Bruno Manser. Gedreht in unserer Ausstellung. ORF Salzburg
1 Videoband. Projektgruppe bei WWF Tropenwaldwoche in Hallein. Umweltdetektive
1 Videoband. Podiumsdiskussion. 26. 6. 1992
1 Videoband. Regenwaldspot und Diskussion mit Umweltminister
1 Videoband. Schnitt aus Ministerinterviews
1 Videoband. Interviews von Schülern mit Ministern u. Kammerfunktionär
1 Tonbandkassette. Freizeichen mit Bruno Manser Ö3
1 Tonbandkassette. Penan Bericht Radio Salzburg
1 Tonbandkassette. Penan bitten in ihrer Sprache um Hilfe und beklagen ihre Lage
6 A4 Kuverts mit verschiedensten Schriftstücken
1 A4 Ordner grün. Projektdokumentation. Fotos, Briefwechsel, Infoschriften, ....
1 A4 Ordner rot. Projektdokumentation. ....
1 A4 Ordner schwarz. Projektdokumentation. ....
1 A4 Ordner hellblau. Projektdokumentation. ....
1 Zeichenmappe 103x73 cm: Inhalt: 63 Zeichnungen/Malereien
3 Penan Fotos A2

Mag. Helmuth Hickmann                                                   zurück


Copyright © 1999 HTBL Hallein.
Erstellt von Prof. Mag. Helmuth Hickmann