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DER PROJEKTWOCHE "METALLPLASTIK"
IN HORN (NÖ)                    10. 5. - 15. 5. 1993

PROJEKTSCHWERPUNKT
Als Ergänzung der Ausbildung zum gewerblichen Holz- und Steinbildhauer soll in dieser Woche intensiv mit dem Material METALL gearbeitet werden.

LEHRER
Mag. Helmuth Hickmann. Fächerkombination: TE (Technologie), FEAE (Fachzeichnen, Entwurf und angew. EDV) und AW (Atelier und Werkstätte)

SCHÜLER
7 Schüler der 2. und 3. Klasse der Abt. Bildhauerei. Die Schüler waren im Alter zwischen
15 und 20 Jahren.

VERANSTALTUNGSORT
Kunsthaus Horn, Wienerstraße 2, A 3580 Horn

MINBEZOGENER KÜNSTLER
Mag. Hannes Domenig, Metallbildhauer. Der Künstler war Schüler der Bildhauerschule in Hallein.

PROJEKTPLANUNG
Der Wunsch mit Metall zu arbeiten, kam von den Schülern.
Anhand einiger Kataloge von Metallbildhauern wurde der Künstler H. Domenig ausgewählt und in einer Vorbesprechung an der Schule zusammen mit den Schülern eine Grobplanung durchgeführt.
Lernziele waren: Kaltschmieden (Treiben), Weich- und Hartlöten, Schweißen, Nieten.
Nach Rücksprache mit dem Verwalter, Herr Josef Zirngast, wurden Treibhämmer, Blechscheren, Schweißelektroden und Lötwerkzeug im Gepäck verstaut.

PROJEKTDURCHFÜHRUNG - TAGESABLÄUFE
3 GRUPPENARBEITEN

Montag 10. 5.
Vormittag: Anreise mit der Bahn.
Nachmittag: Materialbesorgung. Auf einem Schrottplatz in der Stadt wurde in einem spannend schöpferischen Selektionsprozeß das interessanteste Alteisen verladen, das zu finden war.

Dienstag 11. 5.
Vormittag: Während der Großteil der Schüler um das Haus einen Platz für das "persönliche Arrangement von Metallteilen" suchte und zeichnerisch bearbeitete, wurde noch eine Fuhre Alteisen eingebracht. Insgesamt wurden ca. 400 verschiedenste Metallteile zum Kunsthaus Horn transportiert.
Noch am Vormittag begannen wir mit der gemeinsamen "Bodeninstallation". Im großen Innenhof der Klosteranlage, legte jeder von uns auf einem Pflasterquadrat von ca. 3m x 3m Größe, seine vorher ausgewählten Teile der Reihe nach auf diese Bodenfläche.
Nachmittag: Mit genaueren Anweisungen (z.B.: keine Teile übereinander, möglichst flach, dichter,...) und einer Besprechung des ersten Versuches, wiederholten wir die Aufgabe vom Vormittag. Nach Fertigstellung durfte jeder einen "störenden" Teil entfernen. Wir nahmen schließlich bedeutend mehr als nur die 9 Teile aus dem "Bodenbild".
Um die Wirkung zu verändern, begannen wir das Bild mit anderen Materialien zu bedecken. Der erste Versuch mit einer Kunststofffolie brachte kein befriedigendes Ergebnis. Mit nassem Seidenpapier erreichten wir dann eine zufriedenstellende Wirkung. Mit Wasser übergossen, bekam das Ganze noch einen besonderen Reiz - Transparenz, Risse, scharfe Kanten, Rost,... .

Mittwoch 12. 5. :
Vormittag: Bau eines Turms (Quaders, Eisenstele) aus ca. 400 Einzelteilen.
Nach einem Fehlversuch entstand diese 2. Gemeinschaftsarbeit. Formale und statische Fehler vermeidend, wuchs ein ca. 140 cm hohes Gebilde mit einer Bodenfläche von etwa 60 x 60 cm. Die Feinarbeiten übernahm Hannes Domenig mit enormer Intensität. Abschließend wurden der Standort, die Dichte, die vorhandenen Richtungen und andere Gestaltungfaktoren besprochen.
Nachmittag: Schweren Herzens wurde der Turm abgetragen. Die Eisenteile wurden in den Garten hinuntergeworfen, um dort an der Hinterfassade des Gebäudes als 3. Gemeinschaftsarbeit eine Türöffnung zu füllen. Diese Arbeit brachte durch die Mauerschräge statische Probleme mit sich. Das Aussuchen der Eisenteile am Schrottplatz und die 3 Gruppenarbeiten schufen enge Beziehungen zu einzelnen Formteilen. Wir lernten spielerisch im experimentellen Umgang mit den verschiedenen Teilen Formelemente und Gestaltunsabläufe kennen.
Noch am Abend begannen einige Schüler ihre "Lieblingsteile" an interessanten Stellen bei Wänden und in Mauernischen zu gruppieren. Damit begann der individuelle Teil der Projektwoche.

INDIVIDUELLE ARBEITEN
Donnerstag 13. 5.
Vormittag: Jeder Schüler nahm sich die Teile, mit denen er arbeiten wollte. Einige legten kleinere persönliche Metallbilder, andere begannen mit ihren Metallplastiken.
Nachmittag: Nach den Unterweisungen in Schweißen, Bohren, Nieten, Treiben, Feilen und Trennen wurde bis in den späten Abend hinein gearbeitet.

Freitag 14. 5.
Vormittag und Nachmittag: Am letzten Tag der Projektwoche wurden die meisten Arbeiten fertiggestellt. Nicht verwirklichte Ideen wurden zusammen mit Eisenteilen verpackt und nach Hallein in die Schule mitgenommen.Bis in die Nacht hinein wurde geschweißt und gehämmert und auch frühmorgens am Samstag wurden noch letzte Handgriffe in der Metallwerkstatt erledigt.

Samstag 15. 5.
Bis Mittag brachten wir die Arbeitsräume und die Zimmer in Ordnung, gaben die Werkzeuge zurück, packten und fanden sogar noch Zeit, den Dachstuhl dieses wunderbaren Renaissancegebäudes zu besichtigen. Den Kirchturm, der vom Dachboden aus zu begehen ist, haben wir auch noch erklommen.
Alle Arbeiten wurden auf Schwarz-weiß-Filmen, Diafilmen und Farbfilmen von Schülern und vom Projektwochenleiter dokumentiert. Auch das Fotografieren muß als weiterer Schwerpunkt dieses Projektes betrachtet werden.
Die Selbstversorgung in der Gemeinschaftsküche funktionierte ausgezeichnet.
Der volle Einsatz von Hannes Domenig war mitentscheidend für den äußerst positiven Verlauf dieser Woche.
Das Kunsthaus Horn ist in Verwaltung und Erscheinung einzigartig.
Wir hatten großes Glück beim Materialbesorgen.

FINANZIERUNG
Diese Woche kostete jedem Schüler 1.974,- ATS.

Bahn , Essen, Wohnen u. Werkstätten, Unterricht, Material
Das Honorar für Hannes Domenig betrug ATS 10.900,-
Bezahlt wurden dafür:

ÖKS 5.000,-,
K&S 3.800,-
Schüler 2.100,-

Hickmann Helmuth                  
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