Festrede

von Prof. Mag. Helmuth Hickmann                                zurück
zur Eröffnung des                               
AUFBAULEHRGANGS "ECODESIGN -
ÖKOLOGISCHE PRODUKTENTWICKLUNG"
16. 10. 1997 um 16.00 Uhr

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Studierende des Aufbaulehrganges Ecodesign, sehr verehrte Festgäste, sehr verehrte Ehrengäste, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Vor allem möchte ich heute meiner Freude Ausdruck verleihen über das Zustandekommen des Aufbaulehrganges Ecodesign - ökologische Produktentwicklung an unserer Schule.
Ich freue mich wirklich, denn ich bin überzeugt, daß dieser einzigartige Lehrgang eine sehr gute Sache ist.
Über die Entstehungsgeschichte dieses Lehrganges könnte sehr viel berichtet werden. Ich möchte mich jedoch auf einige wichtige Teilabschnitte beschränken, um den Rahmen dieses Festes nicht zu sprengen.
1987, also genau vor 10 Jahren, fand in Montreal eine internationale Konferenz zum Schutze der Ozonschicht statt, und 5 Jahre ist es nun bereits her, daß in Rio de Janeiro die UNO - Konferenz über Umwelt und Entwicklung abgehalten wurde.
Und vor genau 3 Jahren, im Oktober 1994, wurde In Zusammenarbeit mit der HTL Salzburg an unserer Schule die Idee geboren, einen Ecodesign - Lehrgang für Tischler, Bildhauer und Textil Designer einzurichten.
Schon längere Zeit davor waren Bemühungen des Landesschulrates und unserer beiden Schulen im Gange, mit dem Ziel, eine Weiterbildungsmöglichkeit für lernhungrige Fachschulabsolventen zu schaffen.


Mit Hilfe der Elternvereine und durch intensiven Kontakt mit der österreichischen Wirtschaft konnte ein Lehrplan erarbeitet werden, der sowohl fachlich als auch pädagogisch den strengen Prüfungen durch das Unterrichtsministerium standhalten konnte.

Grundlage für diesen Lehrplan war eine Studie, in der die fachtheoretischen und fachpraktischen Unterrichtsgegenstände von Fachexperten der verschiedenen Bereiche ausgearbeitet wurden. Das IFF, das "interdisziplinäre Institut für Forschung und Fortbildung der Universitäten Innsbruck, Klagenfurt und Wien" hat, finanziert durch die Elternvereine, diese Studie erstellt. Diese Studie umfaßte die Lehrinhalte der fachtheoretischen Unterrichtsgegenstände:
Technologie, Ökologie, Stilkunde, Kommunikation und Marketing, Produktentwicklung und Umweltrecht. Auch die Fachpraktischen Gegenstände Projektentwicklung und Werkstättenlaboratorium wurden ausgearbeitet.
Der Unterrichtsgegenstand "Stilkunde" wurde auf Wunsch der Wirtschaftsvertreter durch das Fach "Wirtschaftliche Bildung" ersetzt.

Der wichtigste Punkt beim Gelingen unseres Lehrgangsprojektes war sicherlich die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.
Aus unserem Briefkontakt mit österreichischen Firmen möchte ich einige Zitate vorlesen:
..."Wir begrüßen Ihre Anstrengungen geradezu enthusiastisch"
..."Ecodesign wird immer wichtiger"
..."Gute Chancen in kleinen Betrieben"
..."Wir sind der festen Überzeugung, daß eine Schule wie diese dringend notwendig ist"
..."gute Aussichtebn auf interessante Stellenangebote"
..."Wir sind überzeugt, daß Absolventen in innovativen österreichischen Unternehmen
   nachgefragt werden"
Diese Briefe von zum teil sehr renomierten Firmen stärkten uns bei der Fortsetzung unseres Projektes.

Ein weiterer starker Impuls Impuls eintstand durch eine internationale Ecodesign - Tagung in Berlin.
Entscheidungsträger aus dem Unterrichtsministerium und unserer Schule konnten sich über den neuesten Stand der ökologischen Produktentwicklung in Europa informieren.

Der dringend notwendige ökologische Strukturwandel der Weltwirtschaft hat bereits begonnen. Umweltschutzanliegen werden in vielen Betrieben bereits als "Chefsache" erkannt, denn der Bereich der "Ökologie" scheint sich endgültig vom "grün-alternativen Image" gelöst zu haben. Dabei möchte ich auf die EMAS-Verordnung im europäischen Bereich und auf die ISO 14 001- Norm auf globaler Ebene verweisen. Auch die Wirtschaftskammer Österreich setzt Schwerpunkte in ökologischer Produktentwicklung, und blättert man in Wirtschaftsmagazinen, so stößt man immer öfter auf Beiträge über "Umweltmanagement", "Öko-Audit", "Öko-Effizienz" oder "Öko-Controlling".

"Ecology Design" also "Ecodesign - ökologische Produktentwicklung" stellt einen äußerst zukunftsweisenden Ansatz dar, unsere Schule, unser Land, unsere Wirtschaft, und vor allem unsere Umwelt und damit wir alle werden großen Nutzen aus dieser Entwicklung ziehen.
Mit diesem Lehrgang Ecodesign wurde an der HTL Hallein ein weiterer großer Schritt in die Zukunft gesetzt.
Wir haben damit gezeigt, daß Schule bei wichtigen Entwicklungen ganz vorne mit dabei sein kann, und ich hoffe auf den Einzug der Ecodesign-Prinzipien in alle Bildungsbereiche des berufsbildenden Schulwesens in Österreich.
Damit schließe ich mit einem Satz aus dem "Worldwatch Institute Report - Zur Lage der Welt 1997: "Wir können weiterhin optimistisch bleiben, daß wir es tatsächlich eines Tages erreichen werden, der zunehmenden Zerstörung unseres Planeten entgegenzusteuern und eine umweltverträgliche und nachhaltige Weltwirtschaft für unsere Kinder zu schaffen".

In diesem Sinne bin ich froh und stolz auf diesen neuen Lehrgang Ecodesign und ich wünsche allen daran beteiligten viel Erfolg.

Hallein, am 12. 10. 1997

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Copyright © 1999 HTBL Hallein.
Erstellt von Prof. Mag. Helmuth Hickmann